War and Peace Show 2008

Der diesjährige Urlaub hat mich nach Beltring, Kent, GB zur Hop Farm geführt, wo jährlich die War and Peace Show – die größte Messe/Veranstaltung dieser Art in Europa – statt findet.

Eigentlich bin ich kein großer Kriegsfan – eher im Gegenteil – und war daher etwas skeptisch. Als wir allerdings dann zu siebent auf der Hop Farm ankamen, mussten wir alle fest stellen, dass sämtliche unserer Erwartungen – egal in welche Richtung diese gingen – weit übertroffen wurden: Diese War and Peace Show ist überaus beeindruckend!

Das riesige Gelände der Hop Farm wurde in verschiedene Zonen aufgeteilt:
  • Die historische Zone
    Verschiedene Kriegsstellungen und -situationen mit einer enormen Liebe zum Detail wurden dort von Vereinen und Museen aufgebaut und ausgehoben – am Schluss gab es eine Bewertung der verschiedenen Stellungen mit Siegerehrung für die authentischste. Diese Zone regt durchaus zum Nachdenken an und soll nicht als Kriegsbeschönigung – wie auch der Rest der Show – sondern eher als Mahnung sowie als Andenken an die bereits gefallenen bzw. im Moment im Einsatz befindlichen Soldaten und auch Zivilisten dienen.
  • Die Fahrzeug- und Waffenzone (ich nenne es mal so ...)
    In dieser Zone wurden die verschiedensten Fahrzeuge und Waffen ausgestellt und teils auch zum Verkauf angeboten – der wahrscheinlich interessanteste Teil für alle Technik-Freaks.
  • Die Fun Fair-Zone
    Ein Kirtag darf natürlich auch nicht fehlen.
  • Die Standl-Zone
    Geschätzte 1.000 Stände laden ein, nicht nur einen Tag (das schafft man nicht an einem Tag) nach Kuriositäten, Modellen, altem und neuem zu stöbern. Neben der einschlägigen Ware findet man dort auch originelle und originale Mode von den 30ern bis heute – Kleidung (zivil und militärisch), Schmuck, Schuhe, Hüte, ...
  • Die Zone für die Schaukämpfe
    Schaukämpfe – Teils mit überraschender Pyrotechnik – sollten dem Publikum vermitteln, wie das Kriegsgeschehen tatsächlich abläuft.
Die Organisation dieses Riesen-Events war hervorragend, das Publikum zivilisiert und rücksichtsvoll und der Platz sauber. Die Toilettenwagen waren ebenfalls strategisch günstig platziert, wenn auch die einzelnen Toiletten nichts für groß gewachsene Personen sind ;-). Lediglich am Campingplatz selbst hätten wir uns einen weiteren Toilettenwagen gewünscht.

Als Begleitprogramm gab es unter anderem einen Glen Miller-Abend mit der Bill Bakers Big Band inklusive Buffet und einem Tanzwettbewerb, wo auch das Publikum – wer konnte – im Stil der 40er-Jahre erschien und tanzte.

Und wer der ganzen War and Peace Show überdrüssig wurde, hatte die Möglichkeit, Eulen, Geier und Bussarde, ein Wachsfigurenkabinett, einen Klettergarten und weitere Attraktionen der Hop Farm zu besuchen. Vor 9 Uhr morgens konnte man das Gelände mit dem Auto vom Campingplatz weg verlassen und war innerhalb einer Stunde in London – aber auch die Küste mit ihren Sehenswürdigkeiten ist nicht weit entfernt. Ab 18 Uhr darf man wieder mit dem eigenen Fahrzeug auf den Campingplatz.

Nicht unweit der Hop Farm befindet sich auch der nächste Supermarkt, sodass man nicht auf das Farm-eigene Restaurant oder die Burger- und Snack-Standln angewiesen ist.

Auf jeden Fall war das eine sehr eindrucksvolle Woche und wir überlegen, das zu wiederholen – alleine schon wegen der Standln ... *g*; außerdem habe ich es nicht geschafft, einen Ausflug an die Südküste Englands zu unternehmen.

Und sollte eine andere interessante Veranstaltung auf der Hop Farm statt finden, welche mich interessiert, werde ich sicher nicht zögern, dort hin zu fahren oder zu fliegen ...

Und hier nun ein paar Fotos:

Das Gelände ist sehr weitläufig – hier wird noch an den Stellungen in der historischen Zone gearbeitet.



Ein Erste-Hilfe-Koffer inkl. Notoperations-Werkzeug


Die französische Stellung


Alles ist stimmig – im Stil der 40er-Jahre


Das muss wohl der Presse-Jeep gewesen sein.


Auch ein Feldkino gab es


Kettenfahrzeuge


Die unterschiedlichsten Panzer


Fahrräder


Motorräder


Und so sieht ein beladener Jeep aus ...


Eulenbabies


Ein Bussard


Am Glen Miller-Abend erschien auch ein Großteil des Publikums im Stil der 40er-Jahre


Die Bill Bakers Big Band sorgte für besten Swing zum Tanzwettbewerb


Auch Tiger müssen getarnt werden ;-)


Morgenappell der Amerikaner am Sonntag


The Scottish Pipers



Der pyrotechnische Aufwand war auch nicht zu verachten


Auch mit Hintergrundinformationen wurde man reichlich versorgt.


So sah der Playboy im Oktober 1967 aus


Ein B17-Bomber, begleitet durch zwei Speedfire-Jäger, überflogen auch das Gebiet


In der Nachstellung der Schlacht um Arnheim kann man nachvollziehen, wie gut die Soldaten im Wald getarnt waren.



Auch Autos wurden verschrottet

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