Mein Gewichtswebstuhl

Da mich ja die Färbewut gepackt hat, ich aber das Stricken nicht so sonderlich liebe, habe ich beschlossen, einen Gewichtswebstuhl zu bauen. Der Gewichtswebstuhl hat nämlich anderen Webstühlen gegenüber einen entscheidenden Vorteil: er lässt sich ganz klein zusammen packen und unter'm Bett verstauen, wenn man ich nicht braucht. Gedacht – getan. Ich habe mir im Internet ein paar Bauanleitungen heraus gesucht, verglichen mit bereits stehenden Webstühlen und innerhalb von einem Nachmittag das Zubehör im Baumarkt eingekauft und das gute Stück gebaut. Als Gewichte habe ich schnell welche aus Ton gemacht – à 0,5 kg. Leider sind es für das große Projekt, welches ich noch vor habe, zu wenige – daher werde ich wohl noch weitere Gewichte bauen, indem ich Kieselsteine in Stoffsäckchen einnähe (ist billiger als die Keramik-Variante). Nachdem ich selbst mein Werk ein paar Tage bewundert habe ;-), habe ich mir endlich ein Herz gefasst und die Kette für einen kleinen Webtest aufgezogen. Als Litzen für die Kettfäden dienen mir hier einfach Baumwollschleifen, durch die ich jeden zweiten Kettfaden fädle. Da ich mir für dieses Teststück das dünnste Seidengarn, welches ich zu Hause habe, aussuchte, hat das Teststück durchaus seine Zeit gedauert. Aber die Oberarm-Muskeln wurden auch trainiert ;-). Noch sehr praktisch ist an diesem Gewichtswebstuhl, dass man auch seine Brettchenweberei einspannen kann und sich so nicht selbst an einer Türe, einem Fenster oder sonst wo fest bindet. Ein bisschen verbesserungswürdig ist dieses Stück noch, da die Kettfäden durch die Gewichte zusammen gezogen werden. Dadurch entsteht ein unschönes Webbild. Ich habe allerdings 2 Tipps erhalten: zuerst das Festhäkeln der Litzenschlaufen und zweitens das Einfädeln von 2 Holzlatten ganz unten bei den Gewichten – das beides soll helfen, die Kettfäden gerader zu halten.

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